04. Mai 2015

Kompetenzzentrum „Digitale Zahntechnik“ gibt wertvolle Impulse für die Anwendung in der Praxis

Das Berufsbild der Zahntechniker im Wandel: Der Einsatz von digitaler Technik zur Fertigung von Zahnersatz hat endgültig Einzug gehalten. Unser Foto zeigt einen Teilnehmer des Exklusiv-Kurses am Kompetenzzentrum Zahntechnik der Gewerbe Akademie Freiburg b

Zum dritten Mal in Folge hatte das Kompetenzzentrum „Digitale Zahntechnik“ an der Gewerbe Akademie Freiburg Zahntechniker aus ganz Deutschland zu einem zweitägigen Exklusiv-Kurs eingeladen. Im Mittelpunkt standen neue Materialien, die sich durch die CAD/CAM Technik für die Zahntechnik und deren Einsatzmöglichkeiten erschließen.

Das Thema der Workshops und Vorträge umfasste die Konstruktion und Fertigung eines Steges auf Implantaten mit Überwurfkonstruktion aus innovativen Materialien.

Zum dritten Mal in Folge hatte das Kompetenzzentrum „Digitale Zahntechnik“ an der Gewerbe Akademie Freiburg Zahntechniker aus ganz Deutschland zu einem zweitägigen Exklusiv-Kurs eingeladen. Im Mittelpunkt standen neue Materialien, die sich durch die CAD/CAM Technik für die Zahntechnik und deren Einsatzmöglichkeiten erschließen.
Das Thema der Workshops und Vorträge umfasste die Konstruktion und Fertigung eines Steges auf Implantaten mit Überwurfkonstruktion aus innovativen Materialien.

 

Referenten aus Zahntechnik-Betrieben, Dental-Industrie sowie Zahn- und Kieferchirurgie hatten in verschiedenen Vorträgen den Wandel in der Zahntechnik dargestellt. Das Bildungszentrum für Zahntechnik an der Gewerbe Akademie Freiburg gilt als Vorreiter bei der Anwendung digitaler Techniken in der Zahntechnik. Neueste Erkenntnisse fließen sowohl in die Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA), die hier für die Auszubildenden stattfindet, als auch in die Meisterausbildung der Zahntechniker. „Wir haben mit unserem Kompetenzzentrum eine Einrichtung geschaffen, wo sich Zahntechniker neutral informieren, beraten und in den Kursen Erfahrungen sammeln können“, so Zahntechnikermeister Guido Bader. Mit Meister C+, einer deutschlandweit neue Form der Meistervorbereitung, wird in Freiburg am Puls der Zeit geschult.

 

Zum Einstieg hatte Zahntechnikermeister Manes Bogdalik über Hochleistungskunststoffe im medizinischen Bereich referiert. Was bei künstlichen Bandscheiben längst verwendet wird, hält nun auch in der Zahnmedizin Einzug. Die Kunststoffe sind „absolut biokompatibel“ mit höchster Genauigkeit und hoher Resistenz.
Zahntechnikermeisterin Sonja Weiss stellte das Design des Steges in 3shape vor. Für die ExoCad Software übernahm Guido Bader die Demonstrationen. Die Teilnehmer konnten mit zwei verschiedenen CAD-Systemen vergleichend arbeiten und diesen Steg konstruieren. Schnell fand ein reger Austausch von Tipps und Tricks in den verschiedenen CAD-Programmen statt.
Im Kurs wurde nun das Cer-verstärkte ZrO2, das den Stabilitätsansprüchen eines Steges gerecht wird, verwendet. Die Überkonstruktion konnte während des Kurses auf den Maschinen im Haus in PEEK (Polyetheretherketon) gefräst und am Folgetag beurteilt und auf Passung geprüft werden.

 

Die Stegtechnik geriet in den letzten Jahren immer mehr in den Hintergrund, sei es wegen der hohen Edelmetallpreise oder der zeitintensiven Herstellung eines händisch gefrästen Steges. Mit der CAD/CAM-Technik und der Möglichkeit alternative Materialien zu Edelmetall oder auch NEM einzusetzen, erlebt der Steg eine Renaissance. Dazu berichtete der Kiefer- und Gesichtschirurg aus Bad Krozingen, Dr. Markus Jägle: „Ich freue mich, dass Stege nun viel schneller hergestellt werden können.“
Mit der Problematik des Implantierens und der Indikation von Stegen befasste er sich anschließend ausgiebig. Markus Jägle zeigte eindrucksvoll die Vorteile einer Steg-Konstruktion für einen zahnlosen Patienten auf. Starre Stegverbindungen auf Implantaten bieten eine gute Kräfteverteilung und wirken sich positiv auf die Lebensdauer der Implantate aus.

 

Reinhard Lobenhofer von der Firma Juvora referierte über die Einsatzmöglichkeiten des PEEK in der Zahntechnik. Anhand einiger wissenschaftlicher Untersuchungen zeigte er die Vorzüge dieses Materials, insbesondere hinsichtlich der Biokompatibilität. Peter Breil berichtete über die Implantat-Technik und stellte dar, welche Anforderungen die Stegtechnik an das jeweilige Implantatsystem stellt.

3D-Druck ist das nächste Thema für die naheliegende Zukunft. Hierzu lädt die Gewerbe Akademie Freiburg am 23. Oktober zu einer kostenfreien Infoveranstaltung mit Herstellermesse und Fachvorträgen ein! Weitere Details zu allen Angeboten finden die Interessenten auch auf www.zahntechnik.wissen-hoch-drei.de.

 


Im Kompetenzzentrum digitale Zahntechnik fand im März auch eine 3Shape-CAD-Schulung Level 1 und 2 unter der Leitung von Zahntechnikermeisterin Sonja Weiss statt. Im ersten Schritt lernten die Teilnehmer den Aufbau des Dentaldesigners kennen. Scannerbedienung, Einstellungen und die Scanformate wurden erklärt. Die Einstellungsmöglichkeiten im Controlpanel wie beispielsweise der Import von Material- und Implantat-Datenbanken, wurden gezeigt. An zwei Tagen trainierte man Kappen, vollanatomische Kronen und Brückenkonstruktionen. Um die Passungseinstellungen zu überprüfen, wurden einzelne Objekte in ZrO2 gefräst und gesintert.
Tiefer wurde im Level 2 Kurs eingetaucht. Es wurden Teleskope, individuelle  Abutments, Stege, Geschiebe, Schienen und auch Modellgussarbeiten konstruiert. Fehleranalyse, Modifizieren der Einstellungen des Controlpanel, Datenexport/-import und Konstruktion auf Intraoralscandatensätzen waren weitere Themen des intensiven Level 2 Kurses.

 

Themenschwerpunkt eines weiteren mehrtägigen Lehrgangs mit Markus Schuler war „CAM-Software hyperdent – Frässtrategien verstehen und selbstständig erstellen und ändern.“ Dabei ging es inhaltlich auch um Werkzeug- und Maschinenkunde, Schnittdaten, Strategieoptimierung, Anwendungsbereiche unterschiedlicher Maschinen und Materialien.

 

So wurden von den Teilnehmern unterschiedliche Frässtrategien, erst begleitet durch den Dozenten, später selbständig, erstellt. Von einer einfacheren Strategie für eine Kappe aus ZrO2 bis hin zu einer Strategie für ein individuelles Abutment aus CoCr wurden die Strategien der Teilnehmer auch sofort auf drei unterschiedlichen Maschinen des Kompetenzzentrums getestet und somit auf „Herz und Niere“ geprüft. „Die Teilnehmer können nach dem Kurs die Abläufe auf ihren Fräsmaschinen besser nachvollziehen und analysieren“, berichtete Markus Schuler im Nachgang zu dem Kurs. Als nächsten Schritt wollen zwei der Teilnehmer sich ein offenes CAM-System anschaffen, um die Frässtrategien individuell anpassen zu können.